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Die Suche nach meinem authentischen Ausdruck

Wie ich meiner Kreativität authentischen Ausdruck verleihen kann, ist für mich als Mensch, als Künstlerin, ein Dauerthema. Ich fühle mich auf einem Weg der Suche. Eigentlich schon länger. Und ich beneide andere Künstler, die ihren Stil gefunden haben und diesem treu bleiben können, wollen, müssen. Doch mir ist klar, dass auch diese Menschen hadern und ähnliche kreative und persönliche Prozesse durchlaufen wie ich. Dafür habe ich inzwischen genug von meiner Naivität abgelegt und weiss, dass ich nicht alleine mit meinen Zweifeln, Vermeidungstaktiken und Unsicherheiten bin. Vermutlich bleibt davon kaum ein Künstler verschont, wohl grundsätzlich kaum ein Mensch.

Fluch und Segen zugleich

Meine kreativen Fertigkeiten ermöglichen mir, mit fast jedem Material, jeder Technik, sehr viele Stile und Varianten in einer ansprechenden Weise umzusetzen. Ob Bleistift, Farbstift, Fineliner, Tusche, Acryl, Wasserfarben oder Modellieren und Basteln: vieles scheint einfach zu gelingen! Ob fantastisch oder realistisch. Darum werde ich oft beneidet. Doch ich glaube, dass gerade dieses Talent nicht nur mein grösster Segen sondern auch mein grösster Fluch ist. Denn mit welchem Medium, in welchem Stil möchte ich mich denn nun überhaupt ausdrücken, wenn praktisch alles zufriedenstellend möglich ist?

Die Suche nach meinem authentischen Ausdruck

Sowohl als auch

Mittlerweile bin ich zu dem Punkt gelangt, dass Gegensätze sich nicht ausschliessen sondern durchaus ergänzen können. Dass ich Schwarz und Weiss gleichzeitig sein darf, und das ganze Spektrum dazwischen. Dass ich mich nicht entscheiden muss. Für meine Kunst heisst das, dass ich einerseits Auftragsarbeiten ausführen kann, die oft eine genaue, naturgetreue und realistische Umsetzung beinhalten (zum Beispiel Portraits in Acryl oder Hochzeitsbäume mit Fineliner) und mich andererseits für meinen persönlichen Ausdruck völlig frei fühlen und von den Regeln und dem Anspruch der Gegenständlichkeit lösen kann.

Die Suche nach meinem authentischen Ausdruck

Ohne Plan

Dieser Ansatz ist irgendwie alt und neu zugleich. Ich sehne mich schon länger nach einem neuen, urpersönlichen und authentischen Ausdruck. Einen Weg, meine Gefühle und Gedanken in Farben und Formen auszudrücken. Frei und pur. Und mein Interesse führt mich immer wieder zur abstrakten und intuitiven Kunst. Ich habe im vergangenen Jahr immer mal wieder Versuche darin gestartet (siehe auch vergangene Fotos auf meinem Instagram-Profil), mich aber noch nicht ausführlicher darauf eingelassen. In mir spricht immer noch eine kleine Stimme, die mir einredet, dass abstrakte Kunst keine Kunst ist, dass sie nichts ist, nichts darstellt, dass das jedes Kind kann, ja, es nichtig und wertlos ist (mein Gott! Wenn ich das nur schon lese. Schrecklich!). Tja, doch ich wäre nicht Rachel, wenn ich mich nichtsdestotrotz auf diesen Weg begeben würde. Und das tue ich. Mit grosser Freude und Neugier.

Lasst euch überraschen!

Die Suche nach meinem authentischen Ausdruck Die Suche nach meinem authentischen Ausdruck

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26. September 2017
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Auftragsbild: Eine Hommage an die Lieblingskatze

Diese Kundin wünschte sich ein Portrait von ihrer Katze. Sindy ist ein ganz besonderes Büsi, eben nicht nur ein Haustier sondern die Lieblingskatze, eine Freundin und Gefährtin. Sie begleitet meine Auftraggeberin bereits seit 15 Jahren. Und sie sollte nun in Acryl auf Leinwand verewigt werden.

Die Kundin hatte schon ein Krafttierbild von mir gesehen, das im Coiffeursalon von Dina Jörg hängt, und ist dadurch auf mich und den Wunsch nach einem eigenen Bild gekommen.

Bei Portraits, von Personen sowie von Tieren, sind gute Fotos die Voraussetzung für ein schönes Ergebnis. Ausserdem höre ich immer gerne die Geschichte zum Haustier, seinen Eigenschaften und zur Beziehung der beiden. So kommt in mir oft umgehend eine Idee auf, wie ich das Motiv umsetzen und in diesem Fall die Lieblingskatze malen möchte. Für Sindy stand für mich sofort fest: sie sollte von einem Blumenkranz umrahmt werden. Zur grossen Freude meiner Kundin! Es ist immer schön, den Menschen mit meiner Kunst eine Freude zu machen.

Du hättest auch gerne ein Acrylbild von deinem Lieblingstier? Melde dich bei mir mit deinen Vorstellungen! Ich freue mich.

Start von Katzen-PortraitDie Vorlage ist übertragen. Nun beginne ich mit den Umrissen.

Beim Malen vom Katzen-PortraitAn der Arbeit in meinem Wohnatelier.

Katzen-Portrait ohne HintergrundDas Gesicht der Katze ist fertig! Nun fehlen nur noch die Blumen.

Mein Arbeitstisch ist oft ein buntes Chaos, während ich am Malen bin. Palette, Acryl-Farben (Amsterdam und Winsor&Newton), Stifte, Pinsel und Lappen liegen auf engstem Raum herum, alles griffbereit. Das ist auch der Vorteil an einem Atelier oder Pult, das extra fürs Wirken gedacht ist: wenn man nicht auf Anhieb fertig wird, kann man alles so liegen lassen und später wieder weiter machen.

grüne Katzen-AugenDetailaufnahme von den grünen Katzen-Augen. Der Kundin war es besonders wichtig, dass sie ihre Sindy erkennt (natürlich!). Darum habe ich besonderen Wert auf ihre Augen und ihren Ausdruck gelegt. Das ist für mich immer das Entscheidendste:  Die Augen und der Ausdruck bestimmen , ob man eine Person oder ein Tier wiedererkennt.

das fertige Katzen-Portrait in AcrylDas fertige Katzen-Portrait!

14. September 2017
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Auftragsbild: Verliebt und verlobt in New York

Dieses Portrait zeigt ein Liebespaar in New York. Frisch verlobt! Die Kundin hat es für Ihren zukünftigen Ehemann bestellt; als Geburtstagsgeschenk! Und als Erinnerung an den Moment des Heiratsantrags, den er ihr auf dieser Reise in New York gemacht hat.

Das Bild ist in einer gewünschten Farbpalette gehalten, passend zu der Retro-Einrichtung der Wohnung des Paares.

Das Portrait war insofern eine Herausforderung, da die Kundin das Bild nicht ganz so genau gemalt haben wollte, wie ich das sonst gewohnt bin, sondern es sollte (in ihren Worten) etwas „Rock’n’Roll“ sein. Dafür habe ich in der Umsetzung einen etwas groberen Pinselstrich gewählt und buntere und kontrastreichere Farben, besonders in den Schattierungen der Gesichter.

Das Bild ist zu meiner grossen Freude sehr gut angekommen!

Auch interessiert an einem Portrait? Melde dich bei mir mit deinen Vorstellungen! Ich freue mich.

Umrisse PortraitDie Leinwand ist mit der Hintergrundfarbe (hellblau) grundiert und die Umrisse des Portraits sind übertragen.

Alles Malmaterial bereitAlles Material steht bereit: Palette (Plastikteller), Wasserbehälter (alte Dosen), Lappen (alte T-Shirts), Pinsel und Acrylfarben (Windsor & Newton). Jetzt kann es losgehen!

Grobe Anfange von einem PortraitDie Anfänge sehen immer ziemlich grob und chaotisch aus. Doch das ist Teil meines Arbeitsprozesses. Damit ich die feineren Schattierungen ausarbeiten kann, brauche ich zuerst einen Untergrund. Dieser darf sehr rudimentär sein. Die Details bauen darauf auf.

Portrait Work in Progress

Die Vorlage, in diesem Fall das Foto, sollte immer so direkt wie möglich oberhalb der Leinwand platziert sein. Dadurch muss ich nur immer kurz aufschauen, anstatt ständig weit zur Seite oder sonst wohin schauen zu müssen. Das vereinfacht den Prozess des genauen Beobachtens und „den Weg zurück auf die Leinwand“. Ich kann gleich umsetzen, was ich gesehen habe. Gutes Beobachten ist das A und O beim genauen Wiedergeben eines Motivs. Ich achte auf jede Kleinigkeit. Jede Form, jede Linie, jeden Raum, jedes Verhältnis, jede Farbe und Schattierung.

Fertiges Portrait Paar New YorkDas fertige Werk! Inmitten meines bunten Arbeitsplatzes.

6. September 2017
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Wie mir das Reisen neue Perspektiven eröffnet

Wir sind nun seit zwei Wochen zurück in der Schweiz und der Alltag zieht uns bereits wieder in seinen Sog von gewohnten Rhythmen und Abläufen. Die Welt ist nicht stehen geblieben sondern läuft weiter, alles scheint beim Alten. Oder doch nicht? Irgendwie fühle ich mich anders. Und ich weiss: das Reisen hat mich verändert, mir neue Perspektiven eröffnet.

TRAVEL FAR ENOUGH, YOU MEET YOURSELF.
– CLOUD ATLAS

Die Verstärkung eines Prozesses

Ja, ich hatte es mir erhofft. Dass unsere knapp vierwöchige Reise mir mehr Klarheit geben würde. Doch ich weiss, dass solche Wünsche nicht forciert werden können. Auf der Reise selbst war mir ihre Tragweite noch gar nicht bewusst. Wir waren damit beschäftigt, alle Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten, die rauen und atemberaubenden Landschaften und das Beisammensein mit unserer Familie zu geniessen. Erst jetzt im Nachhinein beginne ich immer mehr zu spüren, was diese Reise in mir bewirkt (hat). Sie war eine natürliche Erweiterung und Verstärkung eines Prozesses, der schon seit einigen Monaten in mir passiert. Eine Loslösung von selbst auferlegtem Druck, Ansprüchen und Erwartungen. Von Leisten, Genügen und Erreichen müssen. Eine Rückbesinnung auf das, was mein Herz und meine Seele sich wünschen. Verantwortung übernehmen. Illusionen als solche erkennen und verabschieden.

Umgesetzt wird Zuhause!

Und was auch neu ist: ich bin gerne wieder nach Hause gekommen! Bei früheren Reisen war ich meistens schon einige Tage vor der Heimreise mit Beklemmungen, Widerstand, Druck und Angst vor dem Alltag überschwemmt worden. Doch dieses Mal war es anders. Ich freute mich, das Erfahrene Zuhause umzusetzen. Meine Familie hat mich zum Basteln, Gärtnern und Backen inspiriert. Ausserdem konnte ich es kaum erwarten, wieder zu Malen und kreativ zu sein (naja, kaum Zuhause fing das „Verhinderungs-Muster“ wieder an, doch das ist ein anderes Thema). Ich wusste: ja, das Reisen ermöglicht neue Perspektiven, bereichert mit neuen Erfahrungen. Doch umgesetzt wird Zuhause! In meinem Alltag kann ich bewirken, verändern, umsetzen, sein.

Neue Perspektiven

Das Besuchen und Erleben von anderen Kulturen und Ländern, rückt das eigene Leben automatisch in ein anderes Licht. Das Reisen relativiert alles. Ich finde das unglaublich heilsam! Es ermöglicht mir einen anderen Blick auf das Gewohnte. Ich sehe, wie andere Menschen leben und ihr Glück unter anderen Voraussetzungen finden. Es setzt meine eigenen Erfahrungen in ein Verhältnis, das ich Zuhause nicht bekomme. Das ermöglicht mir neue Sichtweisen, neue Perspektiven. Plötzlich bin ich mir selbst, meiner Essenz, meinem Herzen näher. Ja, was zählt für mich eigentlich wirklich? Vielleicht kommen sogar Wahrheiten zum Vorschein, die bereits verschollen, vergraben und vergessen zu sein schienen.

Zeit zum Atmen

Es waren einfach wunderbare vier Wochen. Und ich freue mich auf alles, was nun noch nachwirken, sich setzen, verändern, verstärken darf.

YOU MUST GO ON ADVENTURES TO FIND OUT WHERE YOU TRULY BELONG.
– SUE FITZMAURICE

galway boats connemara kilemore abbey sunset aran islands we made it lunch break cliffs of moher irish coffee ring of kerry wind in my hair mizen head kinsale live music temple bar dinner fleur de lys cedar cove hiking rocky harbour break humber river walk my love tablelands woody point light house it's all about colour st. john's signal hill coast quidi vidi fish'n'chips humpback whale

24. August 2017
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Atelier-Sommerpause: Vier Wochen auf Reisen

Von Mitte Juli bis Mitte August sind mein Partner und ich für knapp vier Wochen auf Reisen. Irland und Kanada wir kommen! So lange bin ich schon ewig nicht mehr weg gewesen. Das letzte Mal vor 8 Jahren, als ich für einen Monat in Galway, Irland, war. Wir freuen uns sehr auf diese Pause! Reisen Reisen Reisen! Atmen, erleben, entdecken. Weg sein. Es wird bestimmt schön!

In dieser Zeit nehme ich trotzdem gerne Malaufträge per E-Mail entgegen. Ich bitte einfach um etwas Geduld, da ich vermutlich nicht immer gleich zum Antworten komme. Terminlich kann ich frühestens per Mitte/Ende September Werke erstellen. Ich freue mich auf deine Anfrage!

(Bild von Maya Nussbaumer Fotografie)

13. Juli 2017
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Auftragsbild: Ein bisschen Hawaii für Zuhause

Beim Malen dieses Hawaii-Bildes kam bei mir bereits vor den aktuell heissen Temperaturen reichlich Sommerstimmung auf! Das Motiv ist eine Zusammensetzung von vier verschiedenen Fotos, die meine Stammkundin selbst in Hawaii aufgenommen hat. Es sollte das schönste vom Schönen auf dem Bild verewigt werden: Palme, Meer, Boot, Delfine! Bei der Komposition liess sie mir freie Hand, die einzelnen Motive übernahm ich eins zu eins. Und die Freude war gross. Was für ein schöner Auftrag! Was für eine schöne Erinnerung an zwei tolle Reisen nach Hawaii!

Auch interessiert an einem Ferienbild? Melde dich bei mir mit deinen Vorstellungen! Ich freue mich.

So sieht es aus, wenn ich mit einem Auftragsbild beginne. Alles parat: Acryl-Farben, Skizze, Vorlagen, zwei Dosen mit Wasser, Teller für Farben, Lumpen und die weisse Leinwand.

Winsor & Newton sind meine Lieblingsacrylfarben. Damit ich nicht hunderttausend Farbtöne kaufen muss, male ich hauptsächlich mit fünf Grundfarben (Gelb, Zinnoberrot, Magenta, Cyan, Ultramarin) plus Schwarz und Weiss und kann damit alle Farben mischen.

Zuerst fange ich mit dem Hintergrund an. In diesem Fall mit einem hellen blau für den Himmel und einem dunkleren für das Meer.

Dafür benutze ich herkömmliche Farbroller vom Baumarkt.

5. Juli 2017
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Warum ich Instagram-Pause mache

Seit August 2014 bin ich aktiv auf Instagram. In diesen knapp drei Jahren war mir diese Social Media Plattform eine wertvolle und heiss geliebte Inspirationsquelle. Dank Instagram kam ich auf die Idee, mir mein Septum stechen zu lassen, habe mich anders Schminken und Frisieren gelernt, bei tollen 100Tage-Kreativ-Aktionen mitgemacht, Weben ausprobiert, mit Holzschnitten und Handlettering begonnen, liess mich von anderen Künstlern und kreativen Menschen immer wieder ermutigen, pushen und inspirieren. Durch ihr Vorleben, ihre Geschichten, Fotos und Projekte. Bei einigen auch durch ihre aktive Unterstützung mit Kommentaren, Nachrichten und Likes. 

Unschöne Gewohnheiten

Von Facebook habe ich mich bereits vor drei (oder sogar schon vier?) Jahren verabschiedet. Ich habe es nie vermisst. Im Gegenteil: es hat mich von der Gewohnheit befreit, in gefühlten Ewigkeiten durch die Fotos und Geschichten mir mehr oder weniger vertrauten Menschen zu klicken. Naja, bei Instagram hat sich natürlich eine ähnliche Routine eingeschlichen. Die tägliche Flut von News und Bildern lockt. Auch die oft sehr tiefen, persönlichen und inspirierenden Geschichten. Doch ich habe festgestellt, dass ich diese mit immer weniger Interesse und Musse gelesen habe (wenn ich sie überhaupt gelesen und nicht bloss überflogen habe). Und trotzdem: die Gewohnheit blieb hartnäckig! Ich tippte endlose Male am Tag auf das Instagram-App. Auch wenn es nur für ein paar Sekunden war. Wie ein Reflex. Irgendwie unmöglich!

Druck

Seit ich letzten Dezember meine Ausbildung abgeschlossen und seither wieder mehr Zeit für meine Kunst habe, wollte ich sie auch bewusst vorantreiben und meine Follower-Community auf Instagram wachsen lassen. Das heisst im Minimum 1-3 Posts am Tag (nur so wird man erfolgreich, gemäss vielen Blog-Posts und Online-Classes von Profis, die ich gelesen und belegt habe). Das bedeutet ziemlich viel Planung. Das Fotografieren und anschliesssende Editieren der Bilder sowie das Schreiben und Hashtagen ist mit viel Zeitaufwand verbunden. In Wochen, in denen ich viel Gestalten konnte, war das kein Problem. Das kreierte automatisch viel Instagram-Material. Doch in eher unkreativen (oder anderweitig voll verplanten) Wochen bekam ich einen ziemlichen Druck. Denn ich sollte ja konstant Posten und Schreiben. Sonst würden meine Follower mich wieder unfollowen. Sie sollten sich ja auf mich verlassen können. Zudem sollte mein Feed aus einem Guss kommen. Meine Kunst einen roten Faden haben. Alleine wenn ich das schreibe, spüre ich einen Knoten in meinem Hals. Was für ein Druck!

Wenn das Mittel zum Zweck wird

Instagram ist ein wunderbares Tool und eignet sich grossartig zum Promoten. Doch sollte es Mittel zum Zweck sein und nicht der Zweck selbst. Ich habe festgestellt, wie ich mehr und mehr begonnen habe, für meine Community zu kreieren und nicht mehr für mich selbst. Doch ich spürte genau: es sollte in Wahrheit umgekehrt sein! Ich widme mich meiner Leidenschaft, kreiere, erschaffe und lasse die Welt anschliessend daran teilhaben. Aber nicht die Likes oder Follower sollten meine Motivation sein (“Ohje, ich habe noch nichts gepostet, ich bin hinterher mit Planen, was ist mein nächstes Foto, wie arrangiere ich die Utensilien, was soll ich dazu schreiben, werden sie es mögen, was mögen sie überhaupt” etc.). Die Anerkennung ist ohnehin flüchtig. Social Media ist so schnelllebig. Millionen von User. Eine ununterbrochene Flut von Bildern und Informationen. Warum sich also so abhängig machen davon? Das kann nur ungesund sein.

Konsequenz

Aus all diesen Gründen habe ich beschlossen, mich von Instagram zu verabschieden. Seit dem 2. April 2017 mache ich Instagram-Pause. Solange wie es mir gefällt. Jedoch sicher bis Ende August. Diese Pause soll mir helfen, mich wieder auf das Wesentliche zu besinnen: meine Liebe zur Kreativität. Ich will wieder frei Gestalten, ohne schon währenddessen daran zu denken, wie ich das Werk fotografiere, was ich dazu schreibe und ob es den Leuten gefällt. Denn so ist der Prozess nicht mehr frei und unabhängig, sondern entfremdet. Und genau das möchte ich nicht mehr. Ich kann mich auch nicht einer Regel beugen, so und so oft zu posten, so und so meinen Feed zu gestalten. Kunst ist doch etwas Lebendiges! Manchmal gibt es viel, manchmal wenig. Wie in der Natur und im Leben überhaupt (was wir leider so oft vergessen). Alles in seinem Rhythmen. Ausatmen. Einatmen. Wieso soll ich dann gerade auf einem Portal, wo ich mich und meine Kunst zeige, einem immer gleichen Muster folgen? Das macht für mich keinen Sinn. Und ich bin unendlich froh, dass ich das merken durfte.

Wie und ob ich Instagram und andere Soziale Medien für meine Kunst wieder nutzen werde, ist noch offen. Ich lasse mich vom Prozess leiten und bin selbst gespannt, wo mich diese Freiheit hin führen wird.

12. Juni 2017
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